Ackerschlagkartei kostenlos: Vordrucke, Excel, PSM-DOK, DiPAgE
Kostenlose Wege zur Schlagkartei ehrlich verglichen: Vordrucke und Excel der Länder, PSM-DOK und DiPAgE für den Pflanzenschutz – und wann sich eine App lohnt.
Von PhytAI-Redaktion (PhytAI aus Eckernförde)Stand: 6 Min. Lesezeit
Rechtliche Angaben beziehen sich auf Betriebe in Deutschland; einige Länder haben eigene Regeln. Maßgeblich sind die Auskünfte des Pflanzenschutzdienstes Ihres Landes.
Das Wichtigste in Kürze
- Vordrucke und Excel: Länder und Kammern bieten Vorlagen für die Schlagkartei an, etwa die Excel-Schlagkartei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.
- Pflanzenschutz kostenlos: PSM-DOK (Webanwendung, in zehn Ländern nutzbar) und DiPAgE (Webanwendung des Julius Kühn-Instituts, seit 24. September 2026 verfügbar) erfüllen die Aufzeichnung ab 2027.
- Grenzen: Die kostenlosen Werkzeuge decken meist nur einen Teil ab. Düngung, Flächen, Lager und Arbeit im Team müssen woanders laufen.
- Kostenlose Software-Tarife werden seltener: Der kostenlose Basistarif von 365FarmNet endet mit der Abschaltung am 30. November 2026.
- Wann eine App sich lohnt: bei mehreren Personen, vielen Maßnahmen oder mehreren Pflichten zugleich.
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Eine Schlagkartei muss nicht viel kosten. Für viele Pflichten gibt es kostenlose Vordrucke, Excel-Vorlagen und Webanwendungen der Länder und des Bundes. Dieser Ratgeber zeigt, welche kostenlosen Wege es gibt, was sie abdecken und wo ihre Grenzen liegen. Am Ende steht eine ehrliche Antwort auf die Frage, wann sich eine bezahlte Schlagkartei lohnt und wann nicht. Vorweg: PhytAI selbst hat keinen kostenlosen Tarif, nur eine kostenlose Testphase von 30 Tagen.
Stand 19. Oktober 2026. Angebote der Länder und der Anbieter ändern sich. Prüfen Sie vor der Entscheidung die verlinkten Seiten.
Kostenlose Wege im Überblick
| Weg | Was er abdeckt | Kosten | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Vordruck auf Papier | Schlagkartei, Düngung | kostenlos | Pflanzenschutz ab 2027 nicht mehr nur auf Papier; keine Auswertungen |
| Excel-Schlagkartei der LKSH | Schlagkartei mit Maßnahmen je Schlag | kostenlos | Pflege von Hand, keine Prüfung der Angaben |
| PSM-DOK | Pflanzenschutz-Aufzeichnung | kostenlos | nur Pflanzenschutz; nicht in allen Ländern; Daten lokal auf dem Gerät |
| DiPAgE des JKI | Pflanzenschutz-Aufzeichnung im amtlichen Datenstandard | kostenlos | nur Pflanzenschutz |
| Excel-Vorlage des JKI, als CSV gespeichert | Pflanzenschutz-Aufzeichnung | kostenlos | keine Prüfung, Fehler in Codes fallen spät auf |
Vordrucke und Excel-Vorlagen
Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein stellt eine Schlagkartei im Excel-Format bereit und erklärt in einem Merkblatt, wie sie auszufüllen ist. Solche Vorlagen sind ein guter Einstieg, wenn eine Person die Aufzeichnungen führt und Erfahrung mit Tabellen hat. Wichtig ist, dass die Tabelle alle Pflichtangaben enthält und sauber gepflegt wird: Eine falsch geschriebene Zulassungsnummer oder ein fehlender EPPO-Code fällt in einer Tabelle erst auf, wenn jemand nachsieht.
Für die Pflanzenschutz-Aufzeichnung ab 2027 gilt eine Tabelle als maschinenlesbar, wenn sie feste Spalten hat und als CSV gespeichert wird. Ein PDF oder ein eingescanntes Formular reicht dagegen nicht. Was in die Aufzeichnung gehört, erklärt der Artikel Pflichtangaben der Pflanzenschutz-Aufzeichnung.
Pflanzenschutz kostenlos: PSM-DOK und DiPAgE
PSM-DOK ist eine Webanwendung, die das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz bereitstellt. Sie ist kostenfrei, läuft im Browser, bietet die Auswahl zugelassener Mittel aus den Daten des BVL und exportiert als PDF und JSON. Die Aufzeichnungen werden lokal beim Betrieb gespeichert. Nutzbar ist PSM-DOK für Betriebe in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Mehr im Artikel PSM-DOK: Reicht die kostenlose Pflanzenschutz-Doku der Länder?
DiPAgE ist die kostenlose Webanwendung des Julius Kühn-Instituts für die Pflanzenschutz-Aufzeichnung. Das Julius Kühn-Institut hat sie am 24. September 2026 freigegeben, zusammen mit einem offenen Datenstandard (Version 1.0.0), den auch Hersteller von Schlagkarteien nutzen können. DiPAgE deckt die vorgeschriebene Aufzeichnung ab, nicht aber Düngung oder Flächenverwaltung.
Beide Werkzeuge sind eine gute Lösung für Betriebe, die wenige Anwendungen im Jahr haben und sie selbst durchführen.
Was die kostenlosen Wege nicht leisten
- Düngung nach DüV: Düngebedarfsermittlung, Aufzeichnung binnen 14 Tagen und Anlage 5 müssen in einer Tabelle oder einem anderen Programm geführt werden.
- Zusammenhang: Flächen, Kulturen, Lager und Maßnahmen liegen in getrennten Dateien. Wer zählt, wie viel von einem Mittel noch im Lager ist, rechnet selbst.
- Team: Mehrere Personen müssen Dateien zusammenführen. Bei PSM-DOK liegen die Daten auf dem jeweiligen Gerät.
- Prüfung beim Buchen: Tabellen prüfen nichts. Ob ein Mittel für die Kultur zugelassen ist oder ein Gewässerabstand gilt, müssen Sie selbst nachsehen.
- Sicherung: Wer lokal speichert, muss selbst sichern. Pflanzenschutz-Aufzeichnungen sind mindestens drei Jahre, Düngeaufzeichnungen sieben Jahre aufzubewahren.
Wann sich eine bezahlte Schlagkartei lohnt
Stellen Sie sich vier Fragen:
- Wie viele Maßnahmen buchen Sie im Jahr? Bei einer Handvoll reicht eine kostenlose Lösung. Bei Dutzenden Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen spart eine Sammelbuchung über mehrere Schläge viel Zeit.
- Wer dokumentiert? Sobald mehrere Personen oder ein Lohnunternehmer buchen, wird eine gemeinsame Datenbasis wichtig.
- Was müssen Sie außer Pflanzenschutz führen? Düngung, Nachweise, Beregnung oder Pflanzenpass sprechen für eine Schlagkartei, die alles an einem Ort hält.
- Was kostet ein Fehler? Eine Beanstandung bei der Kontrolle kostet Zeit und kann Prämien kosten. Eine Prüfung der Angaben beim Buchen verringert dieses Risiko.
Was eine Schlagkartei im Jahr kostet
Einige veröffentlichte Einstiegspreise für kleine Betriebe (netto heißt ohne Umsatzsteuer):
| Programm | Einstiegspreis laut Anbieter | Gilt bis |
|---|---|---|
| PhytAI | 59 € pro Jahr inkl. USt. (49,58 € netto), alle Funktionen, beliebig viele Nutzer | 50 ha |
| näon | 69 € pro Jahr netto, Mindestumsatz 115 € je Zugang, Zusatzmodule extra | 50 ha |
| HELM Ackerchef | 99 € pro Jahr netto, App inklusive | 60 ha |
| Plantivo | 75 € pro Jahr netto, App 49 € je 5 Geräte | 100 ha |
Die vollständigen Preise und Funktionen stehen im Ackerschlagkartei-Vergleich.
Wo PhytAI einzuordnen ist
PhytAI hat keinen kostenlosen Tarif. Sie können PhytAI 30 Tage kostenlos und ohne Zahlungsdaten testen; danach kostet es 59 € pro Jahr bis 50 ha, 179 € bis 250 ha und 419 € bis 1.000 ha, jeweils inklusive Umsatzsteuer, mit allen Funktionen und beliebig vielen Nutzern. Dafür bekommen Sie Pflanzenschutz- und Düngeaufzeichnung, Flächen, Lager und Aufgaben an einem Ort. Die Pflanzenschutz-Aufzeichnungen lassen sich im Datenstandard des Julius Kühn-Instituts für DiPAgE sowie als CSV und JSON exportieren.
Eine eigene kostenlose Vorlage zum Herunterladen bieten wir derzeit nicht an. Wer mit wenigen Schlägen und allein arbeitet, ist mit den Vorlagen der Länder, PSM-DOK oder DiPAgE gut bedient. Fragen beantworten wir über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose Ackerschlagkartei als App? Für den Pflanzenschutz gibt es mit PSM-DOK und DiPAgE kostenlose Webanwendungen, die auch auf dem Handy laufen. Eine kostenlose App, die Schlagkartei, Düngung und Pflanzenschutz vollständig abdeckt, haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden.
Reicht eine Excel-Tabelle für den Pflanzenschutz ab 2027? Ja, wenn sie alle Pflichtangaben enthält und als strukturiertes Format wie CSV gespeichert wird. Ein PDF reicht nicht.
Wo finde ich einen Vordruck für die Schlagkartei? Bei der Landwirtschaftskammer oder dem Landesamt Ihres Landes. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein bietet eine Excel-Schlagkartei mit Ausfüllhinweisen an.
Kann ich später von einer kostenlosen Lösung in eine Schlagkartei wechseln? Ja. Heben Sie die bisherigen Aufzeichnungen auf, am besten als CSV oder JSON. Ob ein Programm diese Dateien einliest, hängt vom Anbieter ab.
Quellen
- Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: Hinweise zum Ausfüllen der Schlagkartei im Excel-Format, abgerufen am 19.10.2026
- PS Info: PSM-DOK, abgerufen am 17.09.2026
- PSM-DOK: Über PSM-DOK, abgerufen am 17.09.2026
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: Pressemitteilung 84/2026 zu DiPAgE, abgerufen am 18.10.2026
- Julius Kühn-Institut: DiPAgE – Downloads und Datenstandard, abgerufen am 18.10.2026
- Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen: Pflanzenschutz-Dokumentation: Hinweise zu den Neuerungen ab 2026, abgerufen am 17.09.2026
- KI-Syndikat: 365FarmNet im Überblick, abgerufen am 18.10.2026
- näon: Preise, abgerufen am 18.10.2026
- HELM Software: Ackerchef und MyFarm24, abgerufen am 18.10.2026
- Plantivo: Preise, abgerufen am 18.10.2026
Dieser Artikel gibt den Stand zum angegebenen Datum nach den genannten Quellen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Gesetze, Zulassungen, Bescheide und Auskünfte der zuständigen Behörden.