365FarmNet-Alternative: Was Betriebe bis 30.11.2026 tun sollten
365FarmNet endet am 30. November 2026. Daten sichern, Alternativen mit Preisen und Datenübernahme vergleichen, die Pflanzenschutz-Pflicht 2027 mitdenken.
Von PhytAI-Redaktion (PhytAI aus Eckernförde)Stand: 7 Min. Lesezeit
Rechtliche Angaben beziehen sich auf Betriebe in Deutschland; einige Länder haben eigene Regeln. Maßgeblich sind die Auskünfte des Pflanzenschutzdienstes Ihres Landes.
Das Wichtigste in Kürze
- Termin: 365FarmNet endet mit Ablauf des 30. November 2026. Eine Übergangsfrist, einen Lesezugang danach oder einen Löschtermin hat der Anbieter nicht angekündigt.
- Daten sichern Sie selbst: „Die Sicherung Ihrer Daten liegt in Ihrer Verantwortung“, schreibt 365FarmNet. Das gilt auch, wenn Sie zu CLAAS connect wechseln.
- CLAAS connect: Für 365FarmNet-Kunden ist die Basislizenz ein Jahr kostenfrei, danach verlängert sich der Vertrag automatisch zu einem nicht veröffentlichten Preis. Der Wechsel läuft über einen CLAAS-Händler.
- Andere Wege: näon, NEXT Farming, Ackerprofi, HELM, PhytAI und weitere. Außer der Datenübertragung zu CLAAS connect durch den Händler haben wir bei keinem Anbieter einen erprobten Import der verbuchten Arbeitsvorgänge gefunden; meist werden nur Schlaggrenzen übernommen.
- Pflicht ab 2027: Die neue Software sollte Pflanzenschutz elektronisch und maschinenlesbar aufzeichnen und exportieren.
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CLAAS stellt die Farm-Management-Plattform 365FarmNet ein. Der Dienst endet mit Ablauf des 30. November 2026, der Support am selben Tag; neue Anmeldungen sind bereits geschlossen. Nach Angaben von CLAAS sollen rund 100.000 registrierte Nutzerinnen und Nutzer in die CLAAS-eigene Plattform CLAAS connect wechseln. Für viele Betriebe fällt der Termin in eine volle Zeit: Herbstarbeiten, Anbauplanung für 2027 und ab dem 1. Januar 2027 die Pflicht, Pflanzenschutz elektronisch aufzuzeichnen.
Dieser Ratgeber ordnet, was bekannt ist, welche Wege es gibt und was Sie jetzt tun sollten. Er nennt Preise und Grenzen der Anbieter mit Quelle, auch die von PhytAI.
Stand 19. Oktober 2026. Angaben zu anderen Anbietern stammen von deren Seiten oder aus den genannten Quellen. Angebote ändern sich; maßgeblich ist das aktuelle Angebot des Anbieters. Netto heißt ohne Umsatzsteuer.
Schritt 1: Daten sichern, bevor Sie entscheiden
Unabhängig von der künftigen Software brauchen Sie eine vollständige Sicherung. Sie ist Grundlage für jeden Wechsel und Ihr Nachweis, wenn bei einer Kontrolle Aufzeichnungen vergangener Erntejahre verlangt werden.
- Schlaggrenzen als Shape-Datei im ZIP-Ordner (Pflanzenbau → Verwalten → Schläge → Download)
- Verbuchte Arbeitsvorgänge als CSV, je Erntejahr; ein Export enthält höchstens 1.000 Arbeitsvorgänge
- Berichte wie Schlagkarte und CC-Nachweis als PDF für jedes Erntejahr
- Unterlagen, die nicht exportiert werden können: Bodenproben, Stammdaten, Dokumente und Fotos
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Menüpfaden und einer Vorlage für eine schriftliche Anfrage beim Anbieter steht im Ratgeber Daten aus 365FarmNet sichern.
Bewahren Sie die Sicherung getrennt von der neuen Software auf. Pflanzenschutz-Aufzeichnungen sind mindestens drei Jahre aufzubewahren, Düngeaufzeichnungen sieben Jahre.
Die Alternativen im Überblick
| Anbieter | Schwerpunkt | Preis laut Anbieter | Übernahme aus 365FarmNet |
|---|---|---|---|
| CLAAS connect | Maschinen, Telemetrie, Ertragskarten | Basislizenz ein Jahr kostenfrei, danach automatische Verlängerung; Preise nicht veröffentlicht | Datenübertragung durch den Händler, Umfang im Einzelfall |
| näon (Landberatung Niedersachsen) | Düngung nach DüV, Beratung | 69 € (bis 50 ha) bis 349 € (über 500 ha) pro Jahr netto, mindestens 115 € je Zugang | Schlaggrenzen, Agrarantragsdaten, Bodenproben; frühere Maßnahmen laut Anbieter neu erfassen |
| NEXT Farming (AGCO) | Allrounder mit Maschinenanbindung | Wechselkampagne ohne veröffentlichte Konditionen; App 99 € je Nutzer und Jahr | kein Import gefunden |
| Ackerprofi | Düngung, Landhandel, Meldungen an Länder | 149 € Grundlizenz plus 1 € je ha pro Jahr netto (bis 500 ha) | kein Import gefunden; Schnittstelle zu CLAAS connect für neue Maßnahmen |
| HELM Ackerchef | kleine und mittlere Ackerbaubetriebe | 99 € (bis 60 ha) bis 699 € (bis 2.000 ha) pro Jahr netto | kein Angebot gefunden |
| PhytAI | Pflanzenschutz, Düngung, Nachweise, Gartenbau | 59 € / 179 € / 419 € pro Jahr inkl. USt. bis 50 / 250 / 1.000 ha | Schlaggrenzen (Shape, GeoJSON, ISOXML); Einlesen der CSV-Arbeitsvorgänge als Beta, noch nicht mit echten Exportdateien geprüft |
Wer vor allem den Pflanzenschutz dokumentieren muss, kann auch die kostenlosen Webanwendungen PSM-DOK oder DiPAgE nutzen. Wann das reicht, steht im Ratgeber Ackerschlagkartei kostenlos. Preise und Funktionen aller Anbieter im Detail vergleicht der Ackerschlagkartei-Vergleich.
Welche Lösung zu welchem Betrieb passt
- Viel CLAAS-Technik, Maschinendaten im Mittelpunkt: CLAAS connect ist die naheliegende Fortsetzung. Prüfen Sie den Preis ab dem zweiten Jahr und wie die Pflichtdokumentation zu Pflanzenschutz und Düngung abgedeckt wird; CLAAS bindet dafür seit Juni 2026 die separate Software Ackerprofi an.
- Gemischte oder ältere Technik, Pflichtdokumentation im Vordergrund: Eine herstellerunabhängige Schlagkartei passt meist besser. Die Abwägung beschreibt der Ratgeber CLAAS connect oder unabhängige Schlagkartei.
- Düngung und Beratung im Mittelpunkt, vor allem in Norddeutschland: näon und Ackerprofi sind in der Düngeplanung und bei Meldungen an die Länder breit aufgestellt.
- Gemüse, Obst, Baumschule oder Unterglas: Achten Sie auf viele Sätze je Schlag, Tankmischungen und Nachweise wie den Pflanzenpass.
- Wenige Schläge, eine Person: Prüfen Sie, ob kostenlose Werkzeuge reichen, bevor Sie ein Jahresabo abschließen.
Fragen an jeden Anbieter
- Welche Daten aus 365FarmNet übernehmen Sie, und in welcher Form: nur Schlaggrenzen oder auch verbuchte Arbeitsvorgänge?
- Was kostet das Programm für meine Fläche mit allen Modulen, Nutzern und Geräten, im ersten und im zweiten Jahr?
- Verlängert sich der Vertrag automatisch, und mit welcher Frist kann ich kündigen?
- Kann ich alle meine Daten jederzeit vollständig in offenen Formaten exportieren?
- Wie zeichne ich ab 2027 Pflanzenschutz elektronisch auf, und in welchem Format exportiert das Programm?
- Wen erreiche ich bei Fragen, und zu welchen Zeiten?
Die Pflicht ab 2027 mitdenken
Ab dem 1. Januar 2027 müssen berufliche Anwender Pflanzenschutzmittel-Anwendungen in einem elektronischen, maschinenlesbaren Format aufzeichnen. Grundlage ist die Durchführungsverordnung (EU) 2023/564; die Verordnung (EU) 2025/2203 hat die elektronische Form auf 2027 verschoben. Die erweiterten Pflichtangaben wie EPPO-Code, BBCH-Stadium und Georeferenz gelten schon seit 1. Januar 2026. Eine PDF-Datei gilt nicht als maschinenlesbar. Was genau aufzuzeichnen ist, erklärt der Ratgeber Pflanzenschutz-Dokumentation.
Zeitplan bis zum Stichtag
| Zeitraum | Aufgabe |
|---|---|
| jetzt | Schlaggrenzen, Arbeitsvorgänge und Berichte aller Erntejahre exportieren und prüfen |
| bis Anfang November | Anforderungen festlegen, zwei oder drei Programme mit echten Einträgen testen |
| bis Mitte November | entscheiden, Schlaggrenzen importieren, laufende Saison ergänzen |
| vor dem 30. November | letzte Kontrolle der Sicherung; 365FarmNet danach nicht mehr brauchen |
| ab 1. Januar 2027 | Pflanzenschutz nur noch elektronisch aufzeichnen |
Testen Sie mit echten Aufgaben: Schlaggrenzen importieren, eine Pflanzenschutzmaßnahme über zwei Schläge mit Tankmischung buchen, den Export als CSV öffnen. Wie schnell geht das, und klappt es auf dem Handy am Feldrand?
Was PhytAI kann und was nicht
PhytAI ist eine herstellerunabhängige Ackerschlagkartei mit Pflanzenschutz- und Düngeaufzeichnung für Ackerbau und Gartenbau.
Stärken:
- Pflanzenschutz buchen mit Prüfung der Pflichtangaben, Abgleich mit dem BVL-Zulassungsregister, Notfallzulassungen nach Art. 53 und Prüfung von Auflagen wie Gewässerabständen am Schlag
- Düngebedarfsermittlung nach DüV und Aufzeichnung der Düngung
- Export als CSV und JSON sowie im Datenstandard des Julius Kühn-Instituts für DiPAgE
- ein Preis pro Betrieb mit allen Funktionen und beliebig vielen Nutzern; Aufträge an Lohnunternehmer per Link ohne eigenes Konto
- Import der Schlaggrenzen aus der 365FarmNet-ZIP-Datei; Flächen mit FLIK entstehen automatisch
Grenzen:
- keine Maschinendaten, Telemetrie, Ertragskarten oder Applikationskarten; ISOXML nur als Import, nicht als Export an Terminals
- das Einlesen der verbuchten Arbeitsvorgänge aus 365FarmNet ist eine Beta-Funktion und noch nicht mit echten Exportdateien geprüft; der Support schaltet sie auf Anfrage frei
- keine Android-App aus dem Play Store und keine iOS-App; PhytAI läuft im Browser auf Handy, Tablet und Rechner
- Meldungen an Landesprogramme bisher nur für ENNI in Niedersachsen; kein Herdenmanagement
Preis: 59 € bis 50 ha, 179 € bis 250 ha und 419 € bis 1.000 ha pro Jahr inklusive Umsatzsteuer. Die ersten 30 Tage sind kostenlos und ohne Zahlungsdaten. Wechselangebot: Wer bis 30. November 2026 bucht, erhält die Laufzeit bis 31. Dezember 2027 zum Preis eines Jahres und denselben Jahrespreis für 2028. Die genauen Schritte stehen im Handbuch unter Datenübernahme; Fragen beantworten wir über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Muss ich zu CLAAS connect wechseln? Nein. CLAAS bietet CLAAS connect als Nachfolger an, Sie können aber jede andere Software wählen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Daten vor der Abschaltung selbst sichern.
Was passiert mit meinen Daten nach dem 30. November? 365FarmNet hat weder eine Übergangsfrist noch einen Lesezugang oder einen Löschtermin angekündigt. Gehen Sie davon aus, dass danach kein Zugriff mehr besteht, und exportieren Sie vorher.
Ist CLAAS connect kostenlos? Für 365FarmNet-Kunden ist die Basislizenz im ersten Jahr kostenfrei. Danach verlängert sich der Vertrag automatisch zu einem Preis, den CLAAS nicht veröffentlicht; den Preis nennt der Händler.
Reicht ein PDF-Bericht als Sicherung? Als Nachweis vergangener Jahre ist ein PDF hilfreich. Für den Import in eine neue Software und für die elektronische Aufzeichnungspflicht ab 2027 brauchen Sie strukturierte Daten wie CSV oder Shape.
Kann ich nach dem kostenfreien Jahr bei CLAAS connect noch wechseln? Ja. Achten Sie auf die Kündigungsfrist im Wechselvertrag und darauf, dass Sie Ihre Daten vorher exportieren.
Quellen
- 365FarmNet: Häufige Fragen zur Abschaltung, abgerufen am 18.10.2026
- 365FarmNet: Datensicherung, 23.03.2026, abgerufen am 18.10.2026
- 365FarmNet: Startseite mit Informationen zum Wechsel, abgerufen am 18.10.2026
- CLAAS: CLAAS skaliert Farm Management, Pressemitteilung, 01.12.2025, abgerufen am 18.10.2026
- CLAAS: CLAAS connect, Pressemitteilung zur Ackerprofi-Schnittstelle, 19.06.2026, abgerufen am 18.10.2026
- agrarheute: CLAAS stellt 365FarmNet ein – Wechsel zu CLAAS connect, 18.11.2025, abgerufen am 16.09.2026
- KI-Syndikat: 365FarmNet im Überblick, abgerufen am 18.10.2026
- näon: 365FarmNet Alternative und Preise, abgerufen am 18.10.2026
- NEXT Farming: Jetzt wechseln und Schnelles und professionelles Dokumentieren, abgerufen am 18.10.2026
- Ackerprofi: Preise, abgerufen am 18.10.2026
- HELM Software: Ackerchef und MyFarm24, abgerufen am 18.10.2026
- EUR-Lex: Durchführungsverordnung (EU) 2025/2203, abgerufen am 13.09.2026
Dieser Artikel gibt den Stand zum angegebenen Datum nach den genannten Quellen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Gesetze, Zulassungen, Bescheide und Auskünfte der zuständigen Behörden.