Daten aus 365FarmNet sichern: Schlaggrenzen, Buchungen, Unterlagen
Schritt für Schritt: Schlaggrenzen als Shape-Datei, verbuchte Arbeitsvorgänge als CSV und Unterlagen aus 365FarmNet sichern – vor der Abschaltung am 30.11.2026.
Von PhytAI-Redaktion (PhytAI aus Eckernförde)Stand: 8 Min. Lesezeit
Rechtliche Angaben beziehen sich auf Betriebe in Deutschland; einige Länder haben eigene Regeln. Maßgeblich sind die Auskünfte des Pflanzenschutzdienstes Ihres Landes.
Zeitplan bis zur Abschaltung
- jetztDaten sichernSchritte 1 bis 4, Anfrage nach Schritt 5 stellen
- 30.11.2026365FarmNet wird abgeschaltetLetzter Tag für Sicherung und Anfrage
- 31.12.2026Papier endetLetzter Tag für Pflanzenschutz-Aufzeichnungen auf Papier
- 1.1.2027Nur noch elektronischPflanzenschutz-Aufzeichnung nur noch elektronisch und maschinenlesbar
Das Wichtigste in Kürze
- Frist: 30.11.2026Keine Übergangsfrist angekündigt. Sichern Sie auch dann selbst, wenn Sie zu CLAAS connect wechseln. Was dort ankommt, klärt der Händler im Einzelfall; eine offizielle Liste gibt es nicht.
- Buchungen in TeilenEin CSV-Export der Arbeitsvorgänge enthält höchstens 1.000 Zeilen. Exportieren Sie je Erntejahr und bei Bedarf in mehreren Zeiträumen.
- Drei Arten von DatenSchlaggrenzen (Geometrie), Buchungen und Aufzeichnungen (Tabellen), Nachweise und Berichte (Dokumente).
- Die richtigen FormateGrenzen als Shape-Datei im ZIP-Ordner, Buchungen als CSV, Berichte zusätzlich als PDF für das Archiv.
- Je Erntejahr sichernDas hält die Dateien übersichtlich und erleichtert den Nachweis bei einer Kontrolle.
- Aufbewahrung beachtenPflanzenschutz-Aufzeichnungen mindestens drei Jahre, Düngeaufzeichnungen sieben Jahre – auch nach einem Softwarewechsel.
Checkliste zum Abhaken
Sieben Punkte, dann ist Ihre Sicherung vollständig. Die Anleitung zu jedem Punkt folgt unten Schritt für Schritt.
- Ordner „365FarmNet-Sicherung“ mit Unterordnern je Erntejahr angelegt
- Schlaggrenzen als ZIP mit Shape-Datei gespeichert
- Buchungen je Erntejahr als CSV, keine Datei mit genau 1.000 Zeilen
- Schlagkarte, CC-Nachweis und weitere Berichte als PDF
- Weitere Unterlagen (Agrarantrag, Bodenuntersuchungen, DBE, Prüfberichte) beisammen
- Vollständigen Export schriftlich angefragt
- Drei Kopien an verschiedenen Orten, jede Datei einmal geöffnet
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Am 30. November 2026 wird 365FarmNet abgeschaltet. Was bis dahin nicht gesichert ist, lässt sich danach voraussichtlich nicht mehr abrufen. 365FarmNet schreibt selbst: „Die Sicherung Ihrer Daten liegt in Ihrer Verantwortung.“ Eine Übergangsfrist, einen Lesezugang nach der Abschaltung oder einen Löschtermin hat der Anbieter nicht angekündigt (Stand 18.10.2026). Dieser Artikel zeigt, welche Daten Sie sichern sollten, in welchem Format sie am meisten nützen und wie Sie sie in eine neue Ackerschlagkartei übernehmen. Die Hintergründe zur Abschaltung und die Alternativen stehen im Ratgeber 365FarmNet-Alternative.
Vorbereitung: Ordnerstruktur anlegen
Legen Sie vor dem Export eine Ordnerstruktur an, zum Beispiel einen Ordner „365FarmNet-Sicherung“ mit Unterordnern je Erntejahr und einem Ordner „Schlaggrenzen“. Notieren Sie das Datum der Sicherung im Ordnernamen. Speichern Sie eine Kopie außerhalb des Arbeitsrechners, etwa auf einem USB-Stick oder in einem Cloud-Speicher, auf den Sie auch in einigen Jahren noch Zugriff haben. Bewährt sind drei Kopien an verschiedenen Orten. Öffnen Sie jede Datei nach dem Speichern einmal, damit Sie wissen, dass sie vollständig ist.
Schritt 1: Schlaggrenzen als Shape-Datei
Schlaggrenzen sind die wichtigste Grundlage für jede neue Software. Mit ihnen entstehen die Flächen samt Größe und Lage, und viele Programme erkennen die Flächenkennung (FLIK) aus den Attributen.
So laden Sie die Grenzen in der Webanwendung herunter, wie es etwa die Hilfe von agvolution beschreibt:
- Oben im Menü den Bereich Pflanzenbau öffnen.
- Links unter Verwalten die Kachel Schläge wählen.
- Einzelne Schläge über die Kästchen links neben dem Namen markieren oder mit dem obersten Kästchen alle auswählen.
- Rechts oberhalb der Tabelle Download wählen.
- Die Grenzen kommen als Shape-Datei in einem ZIP-Ordner. Speichern Sie den Ordner und entpacken Sie ihn nicht, wenn eine andere Software ihn importieren soll.
Eine Shape-Datei besteht aus mehreren Einzeldateien (.shp, .shx, .dbf, meist .prj). Fehlt eine davon, kann die Datei nicht gelesen werden. Der ZIP-Ordner hält alles zusammen.
Wiederholen Sie den Download, wenn Sie für verschiedene Erntejahre unterschiedliche Grenzen gepflegt haben. Hintergründe zu den Dateiformaten finden Sie im Artikel ISOXML, Shape und GeoJSON.
Schritt 2: Verbuchte Arbeitsvorgänge als CSV
Für die Auswertung der vergangenen Jahre und für einen Import sind strukturierte Tabellen wichtiger als Berichte. 365FarmNet stellt verbuchte Arbeitsvorgänge als CSV bereit; laut Herstellerseite lassen sich Arbeitsvorgänge in der mobilen App als CSV oder PDF exportieren, wobei die CSV die Rohdaten für eigene Auswertungen enthält.
In der Webanwendung liegen die verbuchten Arbeitsvorgänge unter Pflanzenbau → Erfassen → Arbeitsvorgänge, Ansicht „Verbucht“. Laut der 365FarmNet-Hilfe enthält ein CSV-Export höchstens 1.000 Arbeitsvorgänge. Filtern Sie deshalb nach Zeitraum, mindestens je Erntejahr, und teilen Sie ein Jahr mit vielen Buchungen in mehrere Exporte. Prüfen Sie die Zeilenzahl jeder Datei: Hat eine Datei genau 1.000 Zeilen, wählen Sie den Zeitraum kleiner, sonst fehlen womöglich Buchungen. Exportieren Sie dieselbe Liste zusätzlich als PDF, das ist die lesbare Sicherung.
Prüfen Sie die CSV nach dem Export kurz in einer Tabellenkalkulation:
- Sind alle Schläge, Daten und Mittel enthalten?
- Stehen Mengen mit Einheit in den Spalten?
- Öffnet sich die Datei mit Umlauten korrekt? Falls nicht, beim Öffnen die Zeichenkodierung UTF-8 oder Windows-1252 wählen.
Schritt 3: Berichte und Nachweise als PDF
Für das Archiv sind lesbare Berichte hilfreich. In 365FarmNet liegen die wichtigsten unter Pflanzenbau → Auswerten:
- Schlagkarte: Erntejahr wählen, als PDF speichern, für jedes Erntejahr; auf Wunsch „pro Frucht“.
- CC-Nachweis für den Pflanzenschutz: als PDF für jedes Erntejahr.
- Nährstoffe: als CSV und PDF je Jahr.
- Ernteerträge: als CSV je Jahr.
- Verbräuche als PDF und, unter Betrieb → Auswerten, der Lagerbericht über Drucken als PDF.
- Die Düngebedarfs-Vorlage (Nährstoffbedarf → Datenvorlage erstellen, Excel im ZIP) taugt zum Nachschlagen; sie ist veraltet und gilt nicht als Nachweis.
Ein PDF zeigt, was zu einem Zeitpunkt dokumentiert war. Für die ab 2027 vorgeschriebene elektronische Pflanzenschutz-Aufzeichnung reicht ein PDF allein aber nicht, weil es nicht maschinenlesbar ist. Heben Sie deshalb beides auf: PDF für das Lesen, CSV für die Weiterverarbeitung.
Schritt 4: Weitere Unterlagen nicht vergessen
Neben den Daten aus 365FarmNet gehören zu einer vollständigen Sicherung Unterlagen, die oft woanders liegen:
- Agrarantragsdaten und Flächenverzeichnisse des Landes
- Bodenuntersuchungen, zum Beispiel als Excel-Datei oder Laborbericht
- Düngebedarfsermittlungen und die Zusammenstellung nach Anlage 5 DüV
- Prüfberichte der Pflanzenschutzgeräte und Sachkundenachweise
- Lieferscheine für Wirtschaftsdünger
- Bodenproben, Stammdaten (Maschinen, Personen, Mittel), Dokumente und Fotos aus 365FarmNet: Dafür ist kein Export beschrieben. Speichern Sie Originalberichte, Dokumente und Fotos selbst und halten Sie Listen der Stammdaten fest.
Wer das kostenpflichtige Modul nutzt, kann geplante Aufträge zusätzlich als ISOXML sichern (Arbeitsvorgänge → Geplant → Senden → ISO-XML); das betrifft nur geplante, nicht verbuchte Arbeitsvorgänge.
Schritt 5: Einen vollständigen Export schriftlich anfordern
Eine Programmierschnittstelle für den Export bietet 365FarmNet nicht an, und einen Komplettexport auf Knopfdruck gibt es nicht. Sie können den Anbieter aber vor dem 30.11.2026 schriftlich um eine vollständige, maschinenlesbare Kopie Ihrer Daten bitten, zum Beispiel per E-Mail an support@365farmnet.com und digital-business@claas.com.
Keine Rechtsberatung. Die folgende Vorlage ist unverbindlich und rechtlich nicht geprüft. Das Recht auf Datenübertragbarkeit nach Art. 20 DSGVO gilt nur für personenbezogene Daten und passt damit eher zu Einzelunternehmen und Familienbetrieben als zu einer GmbH oder Genossenschaft. Ob der EU Data Act auf Software für die Betriebsführung anwendbar ist, ist nicht geklärt. Lassen Sie sich im Zweifel beraten.
Betreff: Bitte um vollständige Herausgabe meiner Daten aus 365FarmNet
Sehr geehrte Damen und Herren, ich nutze 365FarmNet für den Betrieb [Name des Betriebs, Kundennummer, E-Mail-Adresse des Kontos]. Wegen der Abschaltung zum 30.11.2026 bitte ich um eine vollständige Kopie aller zu meinem Konto gespeicherten Daten in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format (zum Beispiel CSV, Shape oder ISOXML), insbesondere: Schläge mit Grenzen, alle verbuchten und geplanten Arbeitsvorgänge mit Mitteln und Mengen, Nährstoff- und Erntedaten, Bodenproben, Stammdaten zu Maschinen, Personen und Mitteln sowie hochgeladene Dokumente und Fotos. Soweit personenbezogene Daten betroffen sind, stütze ich die Bitte auf Art. 20 DSGVO, soweit Daten aus der Nutzung vernetzter Produkte betroffen sind, auf die Verordnung (EU) 2023/2854 (Data Act). Bitte bestätigen Sie den Eingang und nennen Sie mir einen Termin vor der Abschaltung, bis zu dem ich die Daten erhalte. Mit freundlichen Grüßen, [Name, Anschrift]
Schritt 6: In die neue Software übernehmen
Wie der Import abläuft, hängt von der neuen Software ab. Üblich ist diese Reihenfolge:
- Standort und Flächen: Schlaggrenzen aus dem ZIP-Ordner importieren. Prüfen Sie Namen, Größe und Kennung in der Vorschau.
- Kulturen der laufenden Saison: Kulturen und Sorten je Schlag anlegen oder per Tabelle übernehmen.
- Mittel und Lager: Pflanzenschutzmittel, Dünger und Saatgut anlegen, Bestände als Inventur buchen.
- Offene Maßnahmen: Geplante Arbeiten als Aufgaben übernehmen.
- Vergangene Buchungen: Soweit die Software das anbietet, CSV-Dateien einlesen und prüfen. Sonst bleiben sie als Archiv neben der neuen Software.
So funktioniert der Wechsel in PhytAI
In PhytAI übernehmen Sie Schlaggrenzen unter Daten & Export: Shape-Datei als ZIP, GeoJSON oder ISOXML. PhytAI schlägt die Spalten für Name und Flächenkennung vor und zeigt eine Vorschau mit berechneter Größe.
Die CSV-Dateien der verbuchten Arbeitsvorgänge lesen Sie über die Karte „Von 365FarmNet wechseln“ ein, auch mehrere Dateien eines Erntejahres auf einmal. Zeilen, die zwei überlappende Exporte doppelt enthalten, kommen nur einmal an. PhytAI liest UTF-8 und Windows-Kodierung, Semikolon und Komma sowie deutsche Zahlen und Datumsangaben. Jede Zeile wird zu einem Vorschlag im Eingang, den Sie prüfen und übernehmen; Schläge werden über die FLIK oder den Namen erkannt, Mittel über Zulassungsnummer oder Namen.
Ehrlich gesagt: Die Spalten des 365FarmNet-Exports sind nicht öffentlich beschrieben, und der Import ist noch nicht mit echten Exportdateien geprüft. PhytAI erkennt die üblichen Überschriften und zeigt Spalten, die es nicht zuordnen kann, vor dem Import zur Prüfung an. Nicht jede Angabe aus 365FarmNet hat in PhytAI ein Gegenstück, und PDF-Berichte sowie die CSV-Dateien zu Nährstoffen und Ernteerträgen bleiben Archiv. Ist die Karte in Ihrem Betrieb nicht zu sehen, schaltet der Support die Übernahme auf Anfrage frei. Die Schritte stehen im Handbuch unter 365FarmNet: Daten jetzt sichern und Datenübernahme.
PhytAI kostet 59 € bis 50 ha, 179 € bis 250 ha und 419 € bis 1.000 ha pro Betrieb und Jahr inklusive Umsatzsteuer; die ersten 30 Tage sind kostenlos und ohne Zahlungsdaten. Wer bis 30. November 2026 bucht, erhält die Laufzeit bis 31. Dezember 2027 zum Preis eines Jahres. Fragen zur Übernahme Ihrer Dateien beantworten wir über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Gibt es nach dem 30.11.2026 noch Zugriff? Angekündigt ist nichts dergleichen: 365FarmNet nennt weder eine Übergangsfrist noch einen Lesezugang oder einen Löschtermin. Planen Sie deshalb so, als sei der 30.11.2026 der letzte Tag.
Kann ich die ZIP-Datei auch in CLAAS connect importieren? CLAAS connect bietet einen Import für Feldgrenzen an. Welche Dateien dort genau angenommen werden, sollten Sie im Hilfebereich von CLAAS connect prüfen.
Was ist mit Maschinendaten und Ertragskarten? Diese Daten sind stark an Maschinen und Terminals gebunden. Sichern Sie sie gesondert, wenn Sie sie weiter nutzen wollen; viele Schlagkarteien übernehmen sie nicht.
Wie lange muss ich die Sicherung aufbewahren? Pflanzenschutz-Aufzeichnungen mindestens drei Jahre, gerechnet ab Beginn des Folgejahres; Aufzeichnungen zur Düngung sieben Jahre nach Ablauf des Düngejahres.
Quellen
- 365FarmNet: Häufige Fragen zur Abschaltung, abgerufen am 18.10.2026
- 365FarmNet: Datensicherung, 23.03.2026, abgerufen am 18.10.2026
- 365FarmNet-Hilfe: CSV-Export der Arbeitsvorgänge, abgerufen am 18.10.2026
- 365FarmNet-Hilfe: Schlagkarte, abgerufen am 18.10.2026
- Art. 20 DSGVO – Recht auf Datenübertragbarkeit, abgerufen am 18.10.2026
- Europäische Kommission: Data Act explained, abgerufen am 18.10.2026
- agvolution Hilfe: Feldgrenzen aus 365FarmNet exportieren, 09.11.2025, abgerufen am 16.09.2026
- 365FarmNet: Der nächste Schritt zu CLAAS connect, abgerufen am 16.09.2026
- agrarheute: CLAAS stellt 365FarmNet ein – Wechsel zu CLAAS connect, 18.11.2025, abgerufen am 16.09.2026
- Landwirtschaftskammer NRW: Dokumentationspflicht von Pflanzenschutzmittel-Anwendungen (Merkblatt Baumschule), abgerufen am 13.09.2026
- Bundesministerium der Justiz: § 10 Düngeverordnung, abgerufen am 13.09.2026
Dieser Artikel gibt den Stand zum angegebenen Datum nach den genannten Quellen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Gesetze, Zulassungen, Bescheide und Auskünfte der zuständigen Behörden.