CLAAS connect oder unabhängige Schlagkartei? Eine Entscheidungshilfe
CLAAS bietet 365FarmNet-Kunden den Umzug in CLAAS connect an. Lizenzen, Kosten nach dem freien Jahr und wann eine herstellerunabhängige Schlagkartei besser passt.
Von PhytAI-Redaktion (PhytAI aus Eckernförde)Stand: 6 Min. Lesezeit
Rechtliche Angaben beziehen sich auf Betriebe in Deutschland; einige Länder haben eigene Regeln. Maßgeblich sind die Auskünfte des Pflanzenschutzdienstes Ihres Landes.
Das Wichtigste in Kürze
- CLAAS connect ist die Datenplattform von CLAAS rund um Maschinen, Felder und Arbeitsvorgänge, mit den Lizenzen Machine, Farm, Fleet und Field connect.
- Stärken: Maschinendaten, Telemetrie, automatische Dokumentation aus der Maschine, Ertragskarten und Applikationskarten.
- Pflichtdokumentation: Eigene Prüfungen für Pflanzenschutz und Düngeverordnung haben wir nicht gefunden. Seit Juni 2026 bindet CLAAS dafür die separate Software Ackerprofi an.
- Kosten: Für 365FarmNet-Kunden ist die Basislizenz ein Jahr kostenfrei; danach verlängert sich der Vertrag automatisch zu einem nicht veröffentlichten Preis. Gebuchte 365FarmNet-Module müssen Sie selbst kündigen.
- Herstellerunabhängige Schlagkarteien setzen bei der Pflichtdokumentation, beim Import offener Formate und bei der Arbeit im Team an.
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CLAAS schaltet 365FarmNet am 30. November 2026 ab und bietet bestehenden Kundinnen und Kunden den Wechsel in CLAAS connect an. Für manche Betriebe ist das der naheliegende Weg, für andere nicht. Die Entscheidung hängt weniger von einzelnen Funktionen ab als von der Frage, woher die Daten im Betrieb kommen: aus Maschinen oder aus der Hand der Menschen, die die Arbeit machen. Und sie hängt davon ab, was nach dem kostenfreien ersten Jahr passiert.
Stand 19. Oktober 2026. Angaben zu CLAAS connect stammen von den Seiten von CLAAS und 365FarmNet und aus den genannten Quellen. Unabhängige Erfahrungsberichte haben wir nicht gefunden.
Was CLAAS connect bietet
CLAAS connect besteht aus mehreren Lizenzen:
| Lizenz | Inhalt laut CLAAS |
|---|---|
| Machine connect | Telemetrie, Service- und Fehlermeldungen, Auswertung der Betriebszeiten; für CLAAS-Maschinen kostenfrei |
| Farm connect (Basis) | Stammdaten, Auftragsverwaltung, ISOXML-Aufträge online oder per USB, Karte mit Maschinenpositionen, manuelle Dokumentation |
| Fleet connect (Zusatz) | automatische Dokumentation aus der Maschinenarbeit, Buchungsvorschläge, Fremdmaschinen über DataConnect |
| Field connect (Zusatz) | Ertragskarten, Satellitenkarten, Applikationskarten für Saat, Dünger und Pflanzenschutz, Importe einschließlich 365FarmNet |
Laut der Informationsseite von 365FarmNet umfasst die Plattform für bisherige Kunden außerdem Sammelvorgänge für mehrere Felder, Berichte als PDF, CSV oder ISOXML und das zeitlich begrenzte Teilen von Maschinendaten mit Lohnunternehmen.
Was der Wechsel kostet und wie er abläuft
Der Wechsel läuft über einen CLAAS-Händler. Nach den Angaben auf der Seite von 365FarmNet schließen Sie einen Wechselvertrag, die Basislizenz ist ein Jahr kostenfrei, danach verlängert sich der Vertrag automatisch. Preise für die Lizenzen veröffentlicht CLAAS nicht; sie nennt der Händler. Einen kostenlosen Tarif wie den bisherigen Basistarif von 365FarmNet gibt es nicht mehr. Welche Daten übertragen werden, klärt der Händler im Einzelfall; eine offizielle Liste haben wir nicht gefunden. Sichern Sie Ihre Daten deshalb in jedem Fall selbst, wie im Ratgeber Daten aus 365FarmNet sichern beschrieben.
Für wen CLAAS connect naheliegt
- Betriebe mit CLAAS-Maschinen oder Telemetrie, die Maschinendaten bereits nutzen
- Betriebe, die Ertragskarten, Applikationskarten und Fahrspuren in der Schlagkartei sehen wollen
- Betriebe, die Arbeitsvorgänge überwiegend automatisch aus der Maschine dokumentieren
- Betriebe, die ihre bisherigen 365FarmNet-Daten mit möglichst wenig Aufwand in eine CLAAS-Umgebung überführen wollen
Für diese Gruppe ist die Nähe zur eigenen Technik ein echter Vorteil, weil Daten nicht zwischen Systemen hin- und hergeschoben werden müssen.
Wann eine unabhängige Schlagkartei besser passt
- Gemischte oder ältere Technik: Wer Maschinen mehrerer Hersteller oder ohne Telemetrie fährt, profitiert von der automatischen Maschinendokumentation weniger.
- Handarbeit und Sonderkulturen: Im Gemüsebau, Obstbau, in Baumschulen und unter Glas entstehen viele Einträge von Hand, oft mit vielen Sätzen, Tankmischungen und wechselnden Teams.
- Pflichtdokumentation im Vordergrund: Wer vor allem Pflanzenschutz und Düngung sauber und prüfbar dokumentieren will, braucht eine Prüfung der Pflichtangaben und maschinenlesbare Exporte mehr als Ertragskarten. Bei CLAAS connect läuft das über eine zweite Software.
- Unabhängigkeit bei den Daten: Manche Betriebe wollen ihre Betriebsdaten nicht an einen Maschinenhersteller binden, etwa weil sie Technik und Händler wechseln.
- Planbare Kosten: Wer den Preis nach dem kostenfreien Jahr nicht kennt, sollte Angebote vergleichen, bevor die Daten im neuen System liegen.
Entscheidungshilfe in fünf Fragen
- Woher kommen Ihre Daten überwiegend? Aus Terminals und Telemetrie spricht für eine Maschinenplattform, aus Handeinträgen eher für eine schlanke Schlagkartei.
- Welche Kulturen bauen Sie an? Ackerbau und Grünland sind überall abgedeckt; Gemüse, Obst, Baumschule und Unterglas brauchen oft mehr.
- Wer dokumentiert? Eine Person im Büro oder ein Team mit Rollen und Handys am Feld?
- Was muss nachgewiesen werden? Neben Pflanzenschutz und Düngung vielleicht QS-GAP, Öko-Kontrolle, Beregnung oder Pflanzenpass.
- Was kostet es ab dem zweiten Jahr? Lassen Sie sich vom Händler die Preise für alle benötigten Lizenzen schriftlich nennen.
Keine Doppelarbeit: Kombination ist möglich
Die Entscheidung ist nicht immer entweder-oder. Maschinendaten können in einer Herstellerplattform bleiben, während die Pflichtdokumentation in einer Schlagkartei geführt wird, die offene Formate liest. CLAAS selbst geht diesen Weg mit der Schnittstelle zu Ackerprofi. ISOXML-Dateien der Terminals und Shape-Dateien der Schlaggrenzen lassen sich zwischen Systemen austauschen. Wichtig ist, dass am Ende eine Stelle die vollständige Pflanzenschutz- und Düngeaufzeichnung hält und sie bei einer Kontrolle vorlegen kann.
Die Pflicht ab 2027 gilt unabhängig vom System
Ab dem 1. Januar 2027 müssen Pflanzenschutz-Anwendungen elektronisch und maschinenlesbar aufgezeichnet werden. Egal wofür Sie sich entscheiden: Prüfen Sie, ob die Software die Pflichtangaben vollständig erfasst und exportiert. Einzelheiten im Ratgeber Pflanzenschutz-Dokumentation.
PhytAI als unabhängige Alternative
PhytAI ist herstellerunabhängig und auf die Dokumentation ausgerichtet: Pflanzenschutz-Aufzeichnung mit Prüfung gegen das BVL-Zulassungsregister und Auflagen wie Gewässerabstände, Düngebedarfsermittlung nach DüV, Nachweise, Aufgaben und Aufträge an Lohnunternehmer im Team, für Ackerbau wie für Gemüse, Obst, Baumschule und Unterglas. Schlaggrenzen kommen aus Shape, GeoJSON oder ISOXML.
Was PhytAI nicht kann: Maschinentelemetrie, automatische Dokumentation aus der Maschine, Ertragskarten und Applikationskarten gehören nicht zum Umfang, und ISOXML wird nur importiert, nicht an Terminals exportiert. Eine Schnittstelle zu CLAAS connect gibt es nicht. Wer Maschinendaten intensiv nutzt, ist mit CLAAS connect besser bedient.
PhytAI kostet 59 € bis 50 ha, 179 € bis 250 ha und 419 € bis 1.000 ha pro Jahr inklusive Umsatzsteuer, mit allen Funktionen und beliebig vielen Nutzern; gebucht wird direkt, ohne Händler. Die ersten 30 Tage sind kostenlos. Einen Überblick über weitere Anbieter gibt der Ackerschlagkartei-Vergleich; Fragen beantworten wir über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Werden meine 365FarmNet-Daten automatisch in CLAAS connect übernommen? Die Übertragung übernimmt der CLAAS-Händler; was übertragen wird, klärt er im Einzelfall. Sichern Sie Ihre Daten in jedem Fall selbst vor dem 30. November 2026.
Was kostet CLAAS connect nach dem ersten Jahr? CLAAS veröffentlicht keine Preise. Der Wechselvertrag verlängert sich nach dem kostenfreien Jahr automatisch; fragen Sie Ihren Händler vorher nach dem Preis und der Kündigungsfrist.
Kann ich nach dem Übergangsjahr noch wechseln? Ja, aber jeder Wechsel kostet Zeit. Wer jetzt ohnehin umzieht, kann die Entscheidung gleich bewusst treffen.
Brauche ich für Lohnunternehmer eine Maschinenplattform? Nicht zwingend. Wichtig ist, dass der Auftrag und die Rückmeldung mit Mittel, Menge, Fläche und Zeitpunkt in der Aufzeichnung des Betriebs landen.
Quellen
- CLAAS: CLAAS connect, abgerufen am 18.10.2026
- CLAAS: Pressemitteilung zu CLAAS connect vom 01.10.2024 und vom 19.06.2026, abgerufen am 18.10.2026
- CLAAS: CLAAS skaliert Farm Management, 01.12.2025, abgerufen am 18.10.2026
- 365FarmNet: CLAAS connect für 365FarmNet-Kunden, abgerufen am 14.09.2026
- 365FarmNet: Startseite mit Informationen zum Wechsel, abgerufen am 18.10.2026
- 365FarmNet: The next step to CLAAS connect, abgerufen am 18.10.2026
- agrarheute: CLAAS stellt 365FarmNet ein – Wechsel zu CLAAS connect, 18.11.2025, abgerufen am 16.09.2026
- KI-Syndikat: 365FarmNet im Überblick, abgerufen am 18.10.2026
Dieser Artikel gibt den Stand zum angegebenen Datum nach den genannten Quellen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Gesetze, Zulassungen, Bescheide und Auskünfte der zuständigen Behörden.