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Praxis

ISOXML, Shape und GeoJSON: Datenformate beim Wechsel der Schlagkartei

Welche Dateiformate beim Wechsel der Ackerschlagkartei zählen, was ISOXML, Shape, GeoJSON und CSV enthalten und worauf Sie beim Export und Import achten sollten.

PhytAI-RedaktionVeröffentlicht 5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Shape (Shapefile): Standard für Schlaggrenzen, etwa aus dem Agrarantrag. Besteht aus mehreren Dateien, die zusammengehören.
  • GeoJSON: einfaches Textformat für Geometrien, immer in geografischen Koordinaten (WGS84).
  • ISOXML: Norm ISO 11783-10 für den Austausch mit Terminals; Kern ist die Datei TASKDATA.XML mit Aufträgen, Feldern und Mengen.
  • CSV: Tabelle für Aufzeichnungen und Stammdaten; maschinenlesbar und damit geeignet für die Pflanzenschutz-Aufzeichnung ab 2027.
  • PDF: gut zum Lesen und Archivieren, aber nicht maschinenlesbar.

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Wer die Ackerschlagkartei wechselt, stößt schnell auf Dateiendungen wie .shp, .xml oder .geojson. Hinter ihnen stecken offene Formate, die zwischen Programmen, Terminals und Behörden ausgetauscht werden. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Formate, was sie enthalten und wie Sie typische Probleme beim Import vermeiden.

Shape: Schlaggrenzen aus Agrarantrag und Software

Das Shapefile ist ein von Esri beschriebenes Format für Geodaten. Eine „Shape-Datei“ besteht immer aus mehreren Einzeldateien mit gleichem Namen:

DateiInhalt
.shpdie Geometrien, also die Umrisse der Flächen
.shxder Index, der die Geometrien schnell auffindbar macht
.dbfdie Attribute als Tabelle, zum Beispiel Schlagname und FLIK
.prjdas Koordinatensystem, etwa ETRS89/UTM oder WGS84

Ohne .shx und .dbf lässt sich die Datei nicht sinnvoll lesen; ohne .prj muss das Programm das Koordinatensystem raten. Deshalb werden Shape-Dateien meist als ZIP-Ordner weitergegeben. Entpacken Sie den Ordner nicht, wenn Sie ihn in eine andere Software importieren.

Typische Quellen: Flächenverzeichnisse der Agrarantragsprogramme der Länder, Exporte aus Schlagkarteien, GIS-Programme.

GeoJSON: einfach und lesbar

GeoJSON ist in der Norm RFC 7946 der IETF beschrieben. Eine GeoJSON-Datei ist eine Textdatei, die Flächen als Liste von Koordinaten mit zugehörigen Eigenschaften enthält. Die Norm legt als Koordinatensystem WGS84 mit Längen- und Breitengrad fest. Das vereinfacht den Austausch, weil keine .prj-Datei nötig ist.

GeoJSON eignet sich gut für Webanwendungen und für den Austausch zwischen Programmen. Viele Landesportale und Agrarantragsprogramme bieten dagegen eher Shape an.

ISOXML: die Sprache der Terminals

ISOXML ist der gebräuchliche Name für den Datenaustausch nach ISO 11783-10, einem Teil der ISOBUS-Normenreihe. Eine ISOXML-Übertragung besteht aus der Datei TASKDATA.XML und oft weiteren Binärdateien. Sie enthält:

  • Aufträge (Tasks) mit Kunde, Betrieb und Feld
  • Feldgrenzen und Führungslinien
  • Produkte, Mengen und Applikationskarten
  • nach der Arbeit die dokumentierten Daten wie Zeiten und ausgebrachte Mengen

ISOXML ist ideal, um Aufträge an ein Terminal zu geben und Ergebnisse zurückzuholen. Für eine vollständige Pflanzenschutz-Aufzeichnung fehlen dem Terminal aber oft Angaben wie EPPO-Code oder Zulassungsnummer; diese kommen aus der Schlagkartei.

ISOXML-Dateien verschiedener Hersteller können sich in Details unterscheiden. Prüfen Sie nach einem Import, ob Felder, Mengen und Einheiten richtig angekommen sind.

CSV: Tabellen für Aufzeichnungen

CSV steht für „comma-separated values“, also Werte, die durch Trennzeichen getrennt sind. In Deutschland ist oft das Semikolon üblich, weil das Komma als Dezimalzeichen dient. Eine CSV-Datei hat eine Kopfzeile mit Spaltennamen und je Zeile einen Datensatz.

CSV ist das naheliegende Format für:

  • Pflanzenschutz- und Düngeaufzeichnungen
  • Stammdaten wie Flächen und Kulturen
  • Lagerbewegungen und Ernte

Die Pflanzenschutzdienste nennen CSV neben JSON und XML als geeignetes maschinenlesbares Format für die Pflanzenschutz-Aufzeichnung ab 2027. Mehr dazu im Artikel Elektronische Pflanzenschutz-Aufzeichnung ab 2027.

Koordinatensysteme kurz erklärt

Geodaten beschreiben Orte mit Koordinaten, und die Zahlen hängen vom Koordinatensystem ab. In Deutschland verwenden die Agrarverwaltungen für Flächen meist ETRS89 mit UTM-Projektion; die Werte sind dann Meter, etwa Rechtswert und Hochwert. GPS-Geräte, Smartphones und GeoJSON verwenden WGS84 mit Längen- und Breitengrad in Grad. Beide Systeme beschreiben dieselbe Lage, aber mit unterschiedlichen Zahlen. Liest ein Programm UTM-Meter als Grad, landen die Flächen weit außerhalb Europas oder werden riesig. Deshalb ist die .prj-Datei bei Shape so wichtig, und deshalb lohnt sich nach jedem Import ein Blick auf die Karte und die berechnete Größe der Flächen.

Typische Probleme beim Import

ProblemUrsacheLösung
Flächen liegen im Meer oder sind riesigfalsches oder fehlendes Koordinatensystem.prj mitliefern oder das richtige System wählen
Datei wird nicht erkanntShape entpackt, Einzeldateien fehlenden vollständigen ZIP-Ordner verwenden
Umlaute fehlerhaftZeichenkodierung der CSVbeim Öffnen UTF-8 oder Windows-1252 wählen
Zahlen falschDezimalkomma und Tausenderpunkt verwechseltTrennzeichen und Zahlenformat prüfen
Doppelte FlächenNamen weichen leicht abFlächenkennung (FLIK) als Abgleich verwenden

Checkliste für den Export aus der alten Software

  1. Schlaggrenzen als Shape (ZIP) oder GeoJSON exportieren.
  2. Aufzeichnungen je Erntejahr als CSV exportieren.
  3. Berichte zusätzlich als PDF für das Archiv sichern.
  4. Terminaldaten als ISOXML sichern, falls vorhanden.
  5. Jede Datei kurz öffnen und auf Vollständigkeit prüfen.

Die Schritte für 365FarmNet beschreibt der Artikel Daten aus 365FarmNet sichern.

Formate in PhytAI

PhytAI importiert Schlaggrenzen aus Shape (ZIP, ETRS89/UTM oder WGS84), GeoJSON und ISOXML und schlägt dabei die Spalten für Name und Flächenkennung vor. Stammdaten kommen per CSV-Vorlage. Exportiert werden die Grenzen als GeoJSON und Shape, Aufzeichnungen als CSV, JSON und XLSX und den ganzen Betrieb als ZIP mit allen Tabellen und Dateien.

Häufige Fragen

Welches Format ist das beste für Schlaggrenzen? Für den Austausch mit Behörden und den meisten Schlagkarteien ist Shape am verbreitetsten. GeoJSON ist einfacher, wird aber nicht überall angeboten.

Kann ich ISOXML in Excel öffnen? ISOXML ist eine XML-Datei und lässt sich technisch öffnen, ist aber für Menschen schwer lesbar. Nutzen Sie dafür eine Software, die ISOXML versteht, etwa die Schlagkartei oder das Programm des Terminalherstellers.

Ist eine Excel-Datei maschinenlesbar? Eine gut strukturierte Tabelle ja, besonders als CSV gespeichert. Entscheidend sind feste Spalten und vollständige Angaben.

Quellen

Dieser Artikel gibt den Stand zum angegebenen Datum nach den genannten Quellen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Gesetze, Zulassungen, Bescheide und Auskünfte der zuständigen Behörden.

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